Sonntag, 15. Juli 2012

59/117 Von der Polizei rausgeworfen!

So... nun poste ich euch mal den Text, den ich gestern Abend noch bei meinem Freund geschrieben habe - entschuldigt die Rechtschreibfehler, es ist spät geworden (3 Uhr) - es ist ein langer Text, aber er lohnt sich zu lesen, weil die gestrige Party war so skuril... ich hab sowas noch nie erlebt, aber lest selbst:


Ich war mit meinem Schatz und ein paar Unikollegen auf J.s Geburtstag eingeladen, J. ist ja ebenfalls eine Unikollegin und arbeitet mit mir zusammen am Lehrstuhl. Zusammen mit C., D. P. und L. saß ich die meiste Zeit am Esszimmertisch, wir haben ein paar Sektchen getrunken (wir Mädels) und die Jungs Bier. Ein paar kleine Jägermeister, Sambuka oder kleiner Feigling (je nach Vorliebe) wurden ebenfalls getrunken (pro Person nicht mehr als vier Kurze). C. und ich haben schon festgestellt, dass der Alkohol ein wenig wirkt, zum Klo ist man nicht mehr ganz so gerade gegangen, aber alle Gespräche konnte man gut verstehen. Im Wohnzimmer war die Musik an und insgesamt waren wir ca. 40 Partygäste (J. hat diese Zahl  gestern an der Arbeit nochmal grob kalkuliert) – 40 Partygäste hört sich jetzt viel an… wenn man aber bedenkt, dass wir bei J. zuhause waren und diese mit ihrem Freund auf dem Gelände der Schreinerei von dem Vater ihres Freundes R. wohnt, also in einem Industriegebiet in zweiter Hausreihe wohnt, in einem Haus das ca. 120 qm hat – dann war es weder eng, noch zuviele Gäste auf einer Stelle.

 J. und R. haben einen riesigen Esstisch – da saßen wir alleine schon zu 12 oder 14 Leuten dran. Zudem standen in der offenen Küche noch 15-20 Leute und der Rest verteilte sich im Wohnzimmer, im Bad oder rauchte kurz mal eine vor der Haustür (in den Hinterhof)… es bleibt vielleicht zu erwähnen, dass J. und R. (R.s Eltern gehören das Grundstück und vermieten auch die obere Hälfte des Hauses) einen Rechtstreit mit den oberen Mietern führen. Aufgrund der oberen Mieter ist es etwas eskaliert – soweit ich das von meinem Standpunkt aus beurteilen kann. (das mit dem Rechtstreit habe ich von A. (einer weiteren Unikollegin von mir) erfahren. 

A. hat uns auch kurz nach Mitternacht gesagt, dass die Polizei vor der Tür stände, es wäre zu laut (die Musik und Gespräche) und wir sollten bitte leiser sein. Nun… es war von der Lautstärke so, dass ich L. die schräg gegenüber von mir saß, an einem richtig großen massiven Esstisch, ohne Probleme verstehen konnte. Keine Diskomusik und garnichts. Aber Musik wirkt ja immer bei den Nachbarn etwas lauter, als aus der eigenen Wohnung – das erfahren wir tagtäglich bei unseren Nachbarn über uns, der DJ ist, jeden TagTedhno- Musik mit Bass aufspielt und die Polizei uns da sagte: Das wäre normale Zimmerlautstärke und normal (… wir hören nur ein Dutz Dutz Dutz… deswegen denk ich mal die Nachbarn über J. haben auch was gehört, ist ja nicht so)… jedenfalls wurde die Musik auch leiser gestellt, denn ich habe die Personen anschließend noch besser verstanden. Gegen 1 Uhr wurde C. von ihrem Freund abgeholt. 

L. P. D. und ich wollten um 1:50 mit dem Bus fahren, sodass wir um kurz nach 2 in der Innenstadt waren. Kurz bevor wir gehen wollten, passierte es aber, wir hörten nur noch Geschrei und Partygäste die nah an der Tür standen sagten laut: Haltet mal alle die Klappe, die Polizei will was sagen. Dass die Polizei wieder da war, davon haben wir erst garnichts mitbekommen, aber wir wurden sofort leise. Ich habe nur mitbekommen, wie die Tür zugeschmissen wurde seitens der Polizei und eine blonde Polizistin schrie: IHR BLEIBT NUN ALLE DRIN!... (ich dachte mir: na super… wir müssen in 5 Minuten los um zur Bushaltestelle zu gehen)… P. und L. die ebenfalls mit uns den Bus nehmen wollten, sind dann schon Richtung Tür gegangen (mein Schatz ist kurz noch auf Klo gegangen) und wir haben sie erst verloren. J., die Gastgeberin war auch in der Wohnung und war total aufgelöst, sie wollte unbedingt raus, denn ihr Freund (R.) war ebenfalls draußen. Irgendwann schlüpfte sie raus und Schatz und ich machten uns auf, unsere Jacken zu holen. Den Bus mussten wir schließlich kriegen, fährt ja nicht alle 10 Minuten und ist auch mehrere Kilometer von der Innenstadt entfernt (ihr kennt da momentane Wetter?)…

Verabschiedeten uns noch kurz von D. und A. und dann holten wir die Jacken. Ich konnte meine Jacke nichtmals umwerfen, da ging die Tür auf und ebenjene blonde Polizistin schrie rein: „Alle raus aus dem Haus! SOFORT! RAAAAAAUUUUUUS!...“ … ich hab mir nur gedacht: Bin ich im falschen Film? So besoffen war ich garnicht, ich war nichtmals mehr richtig angetrunken. Da D. und ich ja eh gehen wollten, wegen dem Bus, sind wir dann auch den Menschen hinterher gegangen, die aus der Haustür rausströmten. Kommentar meines Freundes: „Nicht dass die uns gleich mit Tränengas da rausjagen“. Wir mussten links zur Bushaltestelle… über den Gewerbehof der Schreinerei gehen. Die Polizistin schrie aber: „Alle rechts vorbei!“… (wir sind dennoch links gegangen, mussten ja zur Haltestelle…)

Der Junge vor uns fragte (er war nüchtern… wirklich nüchtern) „Darf ich vorher noch kurz auf Toilette gehen? Ich war eh auf dem Weg dahin?“… Jedenfalls drohte die Polizistin ihm: „RAUS! Wenn Sie nicht sofort rausgehen, nehmen wir sie mit aufs Revier…“ – das war der Anlass für mich einfach weiter zu gehen, vorbei an einer anderen Nachbarin die dort ebenfalls stand und als Zeuge vernommen wurde und mitteilte, dass es garnicht so laut gewesen ist – Ich habe den Anlass genommen um mit  meinem Freund das Grundstück zu verlassen auf der Suche nach P. und L. die wohl schon vorher rausgegangen sind (waren sie auch)… Da wir die einzigen waren die links gingen (bis auf den Typen vor uns, der dann schön in die Büsche urinierte, schließlich durfte er ja nicht mehr aufs Klo. Es verübelt ihm auch keiner) kamen wir relativ früh auf der Hauptstraße an, nachdem wir über dem Grundstück waren. 

Wahnsinn sag ich euch! Wir zählten zuerst 14 Polizeiwagen! 14!!! selbst für unsere Großstadt hier sind das für die Nachwache echt viele Polizeifahrzeuge … Es waren 40 Mann auf einer Party… allesamt Akademiker oder Studenten (Alter zwischen 22-30 Jahre), ruhige Gespräche. Von Klopperei oder Drogenkonsum habe zumindest ich nichts mitbekommen. Deswegen fand ich die „anfänglichen“ 14 Polizeiwagen schon sehr krass… Das heißt ja – es war ja in der Nacht, das es 28 Beamte waren die da auf dem Grundstück waren. Nun… anfänglich… als D. und ich alleine langsam zur Bushaltestelle gingen kamen uns noch 4 Wagen und ein Kripo-Fahrzeug entgegen die bei J. vor der Einfahrt parkten. 

A. und D. schlossen zu uns auf und erzählten uns von den Gegebenheiten vor Ort. Sie sind schließlich „rechts“ hergegangen und nicht links, wo D. und ich hergingen. Auf dem Weg lag ein Mädchen, dass von einem Polizeihund angefallen wurde und eine Fleischwunde in der Wade hatte, sie konnte nicht mehr gehen – wir waren natürlich voll geschockt – vor allem dass die Polizei ihre Hunde nicht unter Kontrolle hatte. R. wurde verhaftet, da er sich (angeblich) verbal mit der Polizei gestritten hat, als wir noch alle drin waren. Es kam wohl auch zu Handgreiflichkeiten (4 Polizisten auf 1. Jungen)… A. und D. erzählten noch ein wenig wie geschockt sie sind, D. war sowieso nüchtern, schließlich musste er fahren, beide wohnten in einer anderen Stadt in NRW ca. 40 km entfernt, und hat alles noch ziemlich genau mitbekommen, weswegen ich seien Aussagen auch nicht anzweifeln würde. An ihrem Auto trennten wir uns und gingen zur Haltestelle. 

Da standen weder P. noch L. und wir hatten noch 15 min bis der Bus kam, also sind wir wieder zurück gegangen (Richtung Lichter der 18 Polizeiautos, die natürlich alle kreuz und quer auf der Hauptstraße standen und volles Blaulicht anhatten). Nach einer Weile kamen uns P., L. J. und ihr Freund entgegen. Zudem noch weitere Partygäste die ich nicht kannte. Auch von denen erfuhren wir einige Sachen die einfach nicht hätten sein sollen. (Und dafür wurden unsere „Steuergelder“ verbrannt) – Auf dem Weg zum Bus haben uns die beiden erzählt, was aus deren Sicht vorgefallen ist. Die beiden sind ja schon vorher raus, wegen dem Bus. Auch haben beide mitbekommen wie das Mädchen von dem Hund angefallen wurde und die Polizistin hat L. gesagt: „Jetzt tut doch etwas!“… ein andere Polizist hat den beiden entgegengepfeffert: „Lauft! Sonst beißt euch der Hund“ (find ich ja schonmal vollkommen unverschämt) einem anderen Gast wurde gedroht: "Wenn ihr nicht verschwindet, hetz ich den Hund nochmal auf euch"– auch anderen Partygästen wurde gedroht. Partygästen die überhaupt nichts mit der angeblichen Eskalation am Anfang (mit R. die Handgreiflichkeit, falls es eine gewesen sein sollte) zu tun zu haben – der Typ vor uns wollte schließlich nur auf Toilette und ihm wurde angedroht, dass er sofort aufs Revier mitgenommen werden sollte) – 

Ein paar Partygäste haben sich uns angeschlossen und gesagt, dass sie in Erfahrung bringen wollten, wie die Dienstnummern der Polizisten die allen gedroht haben lautete. Jeder der Polizisten hat die Aussage verweigert. Eigentlich müssen Polizisten sich doch ausweisen oder? Jedenfalls ist der Vater von D. besten Freund Kriminalhauptkomissar, der an dem Tag Urlaub hatte (D. hat natürlich seinen Freund direkt kontaktiert) – wir bringen nun in Erfahrung wer da alles beteiligt war. 36 Polizisten sind ja nicht „unauffällig“ – zumal da auch „Polizisten in Zivil“ waren, deswegen war es schwer einzuschätzen, wieviele es nun wirklich waren. Diese sahen aber eher aus wie Bodybuilder und waren wahrscheinlich nur für die Prügel da. 

An der Bushaltestelle haben wir dann viele der Partygäste wieder getroffen und jeder war erschrocken. J. ist dann mit einem Fahrer zum Präsidium gefahren (ohne Eskorte) um ihrem Freund beizustehen  sie hat sich an der Bushaltestelle tausend Mal bei uns entschuldigt, aber sie kann da ja am wenigsten für. Das ganze ist nur eskaliert, weil die Nachbarn oben drüber mehrfach die Polizei gerufen haben (da sie eh einen Rechtstreit mit den Eigentümern (also J. R. und seine Eltern) hatten und denen an den Karren pissen wollten. Unbeteiligte Partygäste wurden bedroht, ein Gast hat von einem unkontrollierten Polizeihund eine Fleischwunde davon getragen (was mit ihr ist, weiß ich momentan nicht, ich schreibe direkt im Anschluss des Geschehens – bin gerade zuhause angekommen) – ein Gast wurde verhaftet… Es waren 18 Polizeiwagen mit Blaulicht vor Ort (kreuz und quer, wie bei einer Razia) und ein Kripo-Fahrzeug. Selbst bei dem Ausmaß der Schlägereien der EM war weniger los… und hier fand nichtmal eine Schlägerei statt (außer R. Und die 4 Polizisten haben sich tatsächlich geprügelt, dann waren es aber 4 Mann… es hätte dann ja vollkommen gereicht ihn mitzunehmen)… „Und dafür wurden Steuergelder verbraten“ – Wenn jetzt eine Bank überfallen wäre… wäre es bestimmt lustig zu lesen, dass 38 Polizisten verhindert waren, da sie auf einer Geburtstagsparty die Musik leiser stellen wollten!

Diesen Text habe ich gestern Abend geschrieben, direkt nach den Geschehnissen. Heute morgen habe ich dann von J. erfahren, die ja zum Präsidum gefahren ist, um ihren Freund als Zeuge beizustehen, dass sie ebenfalls verhaftet wurde und ein weiterer Junge ebenfalls eingebuchtet wurde (mittlerweile sind sie alle draußen) - Zudem habe ich spaßeshalber mal gegoogelt, ob das "Event" schon in der Zeitung steht (steht nichts im Internet dazu) und habe erschreckenderweise mitbekommen, dass heute morgen gegen 9 Uhr von den Polizisten (aus meiner Stadt, da wo ja auch die Party lief) eine Katze vor den Rettern der Katze erschossen wurde (sie haben das Tier aufs Präsidium gebracht um Hilfe anzufordern, ein Polizist zückte die Waffe und schoss das Kätzchen nieder)... Hart sag ich da nur! Ich finde sowas unerhört!

2 Kommentare:

  1. Oh Gott! Da weiß ich gar nicht, was ich dazu schreiben soll! Das ist ja Krass!

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  2. das ist echt ne krasse geschichte :-/ es ist echt fies, dass solche polizisten, die leute grundlos verhaften, nie bestraft werden :(
    das mit drm banküberfall wäre echt lustig gewesen

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